Helge Peukert: 7 Jahre Krise und immer noch kein Ende – Warum es ohne grundlegende Änderungen nicht vorwärts gehen kann.

Datum/Zeit
Datum - 26.10.2015
Uhrzeit - 14:00 - 16:15

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Helge Peukert referierte über die Ursachen der andauernden Finanzkrise und ging dabei unter anderem auf die paradigmatische Verengung bei der Problembewältigung ein. Es wird immer mehr desselben praktiziert, dabei fehlt der umfassende Blick auf die Problematik. Die Systemfehler, die die Krise verursachten, sind bisweilen nicht behoben worden. Stattdessen gab es „Reförmchen“ die umgesetzt wurden. Auf den Finanzmärkten geht es heute sogar heißer her, als vor der Krise.

Als Lösung schlägt Helge Peukert vor, das System zu vereinfachen, es zu entschleunigen und die Finanzmärkte wieder in Verbindung mit der realen Wirtschaft zu bringen. Banken sollten wieder mehr in der Region investieren, dann bestünde auch ein Interesse an einer sinnvollen Entwicklung. Die Anonymität der Finanzmärkte führe ins Gegenteil sagt Prof. Peukert.

Dieser Vortrag war nicht nur für den entstehenden Studiengang ein Gewinn, sondern inspirierte etliche der ZuhörerInnen, über eine gesündere und regionalere Wirtschaft nachzudenken.

 

Hier finden Sie den Vortrag zu nachhören und runterladen: 7 Jahre Krise und immer noch kein Ende – Warum es ohne grundlegende Änderungen nicht vorwärts gehen kann.

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Über die Normalität der Krise und warum anderes ökonomisches Denken einen Ausweg liefern kann.

Seit einem halben Jahrzehnt steht die Welt staunend und zuweilen erschüttert vor der Beinahe-Kernschmelze des Finanzsystems und dem drohenden Bankrott ganzer Staaten. Der Zusammenbruch des Systems wurde bisher nur durch massive Hilfszahlungen und Haftungszusagen noch stabiler Länder und in Euroland durch Subventionen über die Geldzufuhr durch die weit über ihr Mandat hinausgehende Europäische Zentralbank verhindert. Dies geschah allerdings zu Lasten des immer stärker in die Pflicht genommenen und entsprechend verunsicherten Steuerzahlers: Der Bürger wurde weitgehend ungefragt zum Bürgen.

Die Krise widerlegt die von Wirtschaft, Politik und der großen Mehrheit der Fachökonomen geteilte Weltsicht, dass eine zurückhaltende und auf das Eigeninteresse der privaten Akteure setzende Regulierung effiziente Märkte und eher unverbindliche Selbstverpflichtungen eine harmonische europäische Staatengemeinschaft herbeiführen. Zwar erließ und plant man nach den andauernden Turbulenzen einige kleindimensionierte Gesetze und bürokratische Vorschriften auf nationaler, auf europäischer und internationaler Ebene. Aus der Jahrhunderterfahrung hat man jedoch interessen- und ideologiebedingt keine grundsätzlichen Lehren gezogen und es bisher entgegen offiziellen Verlautbarungen bei halbherzigen Reförmchen belassen.

Der Referent hält grundlegende Maßnahmen und Strukturreformen (Vollgeld, Trennbankensystem, Schuldentilungskonferenz) sowie eine plurale Öffnung der Volkswirtschaftslehre für nötig, um einen Kollaps des Geld-und Finanzsystems zu vermeiden. Gemeinsam mit Ihnen möchten wir darüber diskutieren.

Wir freuen uns auf Ihr Kommen und bitten Sie sich unter info@scoutopia.eu anzumelden.

Helge Peukert ist apl. Professor für Finanzwissenschaft an der Universität Erfurt

 

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