Mobilität

Was ist Mobilität?
Bewegung von Menschen? Migration? Berufspendler? Nachhaltige Mobilitätspraktiken?
Das wollen wir erst mal definieren! Ist Stau auch Mobilität? Und was ist dann mit Denk-Stau?

Zunehmend wird es auch ökologisch beziehungsweise im Zusammenhang mit der Energiewende diskutiert. Die räumliche Mobilität verursacht erhebliche Ressourcenverbräuche. Hinzu kommt, dass das Innovationsfeld Mobilität in der aktuellen Diskussion unterkomplex behandelt wird. Das heißt, es wird vor allem von Elektromobilität geredet und dabei vor allem über die Mobilität mit Autos.

Die Umstellung auf Elektromobilität wird unsere Ressourcenverschwendung keinesfalls aufhalten. Ebenso wenig wird sich unser wenig zukunftsfähiger Lebensstil, was die Lebensqualität, die Verödung der Städte und die unsinnigen Transportwege vieler Waren anbelangt, maßgeblich durch Elektromobilität verändern. Mit Virilio können wir vom Rasenden Stillstand sprechen. Wir erzeugen und praktizieren immer mehr Verkehr mit immer mehr Fahrzeugen und ernten deshalb Immobilität. Wir stehen im Stau, vor Ampeln oder werden immer langsamer. Mobilität ist nicht Verkehr. Wachstum kein Wohlstand.

Das große Rasen und Beschleunigen mindert unseren Lebensgenuss. Es entstehen externe Kosten: Wir zersägen die Landschaft, verursachen Flächenverbrauch und Stress. Städte werden zu „no-go-areas“, es gibt keine Haftung und Verantwortung für die Folgen und Wirkungen des Verkehrs.

Eine Vision: Wir brauchen bewegende Entwicklungen. Wir müssen mehr Möglichkeiten schaffen. Zunächst benötigen wir einen angemessenen Indikator: Der Happy Planet Index wäre so einer: Lange glücklich leben mit geringem Naturverbrauch. Was müssen wir im Bereich Mobilität dafür tun? Verkehr reduzieren und die Mobilität erhöhen. Die Sphären wieder zueinander bringen, lokal fertigen, tauschen, teilen und tüfteln. Auch technische Lösungen können einen Beitrag liefern, zum Beispiel das Wasserstoffauto mit Reichweitenvorteil. Das ist schön und gut, aber nicht genug. Autos sollten aus Siedlungen und Innenstädten verbannt werden. Es gilt die Anzahl der Autos insgesamt zu verringern. Das kann einmal durch Sharing gelingen, zum anderen durch die Internalisierung von externen Kosten. Darüber hinaus müssen Rechnungen zugestellt werden, die Verursacher der Kosten müssen für diese auch zahlen. Konkret heißt dies, Subventionen des Autos, der Lkw-Transporte und des Flugverkehrs einstellen, Fußgänger und Radfahrer sind zu belohnen. Die Straße muss wieder für alle da sein: Occupy the spaces, Critical-Mass-Aktionen und so die Plätze wieder den Menschen anstatt den Geräten vorbehalten. Wir sollten Ressourcen sparen, das heißt auch lokal einkaufen nach der Devise der Transition Towns. Wohlstand entwickeln statt Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) bedeutet, dass alle daran teilhaben können und nicht nur einige davon profitieren.

Geistige Mobilität: Geistige mal physische Mobilität ist eine Konstante. Wenn wir zu wenig geistreich agieren, müssen wir uns selbst und unsere Güter eben immer mehr hin und her bewegen beziehungsweise transportieren.

Die bewegende Entwicklung besteht hier einmal darin, den Geist auf Abwege zu bringen, um andere Ideen zu entwickeln. Die andere geistige Mobilität besteht darin, die Ideen, Erfindungen und Konzepte statt der Dinge und Stoffe um die Welt zu schicken. Wir können das menschliche Zusammenleben weiter entwickeln und wieder entdecken, das rein ökonomische Denken zurückdrängen, Beziehungen zu den Mitmenschen, zur Natur, zu den Dingen zu sich selbst auf Liebe, Lust und Leidenschaft umpolen. Sich das Leben wieder aneignen. Waren Kant, Leonardo oder Einstein Dummköpfe? Sie waren Sesshafte, die das Geistige mobilisierten. Muße ist aller Lösung Anfang. Vielleicht sind wir nur aufgescheucht Akteure, die sich einbilden, häufig in den Urlaub zu müssen, andauernd unterwegs zu sein, sinnlos zu konsumieren und immer auf der Suche nach Spektakel sind.

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